Schwarzer Tee oder grüner Tee- was wirkt am besten gegen Krebs?

Ob grün oder schwarz, alle Tees stammen von den Blättern der Teepflanze, einem Strauch namens Camellia Sinensis. Der Farbunterschied ergibt sich aus dem Verfahren, mit dem die Blätter nach dem Pflücken verarbeitet werden. Im Fall von grünem Tee werden die Blätter so schnell wie möglich getrocknet, um eine Fermentation zu verhindern. Die zur Herstellung von schwarzem Tee verwendeten Blätter durchlaufen Prozesse, die die Fermentation fördern. Dies führt zur Bildung oxidierter Pigmente, die dem schwarzen Tee seine dunkle Farbe verleihen. Oolong-Tees, die dritte Tee Kategorie, fallen zwischen diese beiden Klassen.

Die Umwandlung der Blätter in schwarzen Tee hat sehr wichtige Konsequenzen für das krebshemmende Potential des Tees. Teeblätter sind in der Tat eine äußerst reichhaltige Quelle von krebshemmenden Molekülen, die Katechine genannt werden. Diese Polyphenole können bis zu einem Drittel des Gewichts der Blätter ausmachen. Tee ist das Lebensmittel mit dem höchsten Anteil an Polyphenolen. Bei der Herstellung von Grüntees bleiben diese Moleküle intakt und behalten daher ihre krebshemmenden Eigenschaften. Während des Fermentationsprozesses, der für die Herstellung von Schwarztees erforderlich ist, werden die Moleküle jedoch abgebaut und verlieren praktisch all ihre krebsbekämpfenden Aktivitäten. Aus diesem Grund bietet der regelmäßige Konsum von grünem Tee in Bezug auf die Krebsvorbeugung deutlich größere Vorteile als schwarzer Tee.

Grüner Tee blockiert das Wachstum und die Vermehrung von Krebszellen

Eine der Hauptwirkungen der Katechine des Grünen Tees besteht darin, dass die Mikrotumore, die wir alle im Laufe unseres Lebens spontan entwickeln, daran gehindert werden ein neues Netz von Blutgefäßen zu bilden, welches für ihr Wachstum unerlässlich ist. In Ermangelung dieser neuen Gefäße, die durch den Prozess der sogenannten Angiogenese gebildet werden, können Krebszellen nicht auf genügend Sauerstoff und Nährstoffe für ihr Wachstum zugreifen. Daher sind sie dazu verurteilt in einem latenten und harmlosen Zustand zu bleiben. Eine einzige Tasse grüner Tee enthält genügend Katechine, um die Angiogenese zu blockieren, indem sie die Aktivität bestimmter Enzyme stört, die bei der Bildung neuer Gefäße eine entscheidende Rolle spielen.

Fünf Tassen grüner Tee täglich: 60% niedrigeres Risiko für Darmkrebs und 50% geringeres Risiko für Prostatakrebs

Durch das Trinken von grünem Tee wird Ihr Körper ausreichenden Dosen von Krebs hemmenden Molekülen ausgesetzt. Die verhindert das Fortschreiten von Mikrotumoren zu aggressiven Krebsarten.

Tatsächlich deuten viele wissenschaftliche Studien darauf hin, dass der regelmäßige Konsum von grünem Tee eine wichtige Rolle spielt bei der Verringerung des Risikos an verschiedenen Krebsarten zu erkranken. So zeigte beispielsweise eine kürzlich durchgeführte Studie an 69.710 chinesischen Frauen im Alter von 40-70 Jahren eine  signifikante (60%) Reduktion des Darmkrebsrisikos bei starken Grünteetrinkern.
In ähnlicher Weise ergab eine Analyse der Trinkgewohnheiten von 49.920 Japanern im Alter von 40 bis 69 Jahren, dass diejenigen, die täglich fünf Tassen grünen Tee tranken, ein 50% geringeres Risiko für Prostatakrebs hatten als diejenigen, die weniger als ein Tasse täglich tranken.

Quellen:

Yang et al: Prospective cohort study of green tea consumption and colorectal cancer risk in women. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. ; 16 : 1219-1223. 

Kurahashi et al: Green tea consumption and prostate cancer risk in Japanese men: a prospective study. Am. J. Epidemiol. 167 : 71-77.