Globale Erwärmung und Gesundheit: Weniger Obst und Gemüse, höhere Mortalität

Der Klimawandel wird Prognosen für das Jahr 2050 zufolge zu einer verringerten Verfügbarkeit von Obst und Gemüse führen. Der Einfluss des Klimas auf die landwirtschaftlichen Ressourcen wird voraussichtlich zu einem Anstieg der Sterblichkeit in den Industrieländern führen.

Bedenken hinsichtlich des Klimawandels könnten Sorgen um die Fettleibigkeit in Bezug auf Gesundheitsprobleme des 21. Jahrhunderts noch übertreffen. Zum ersten Mal wird in einer Studie versucht, die Auswirkungen des globalen Klimawandels auf die Mortalität durch Veränderungen in der Landwirtschaft bis 2050 abzuschätzen. Forscher der Universität Oxford untersuchten insbesondere Auswirkungen auf Gewichtsveränderungen (Risiko, unter- oder übergewichtig zu sein) und die Verfügbarkeit von Obst und Gemüse sowie rotem Fleisch.

Weniger verfügbares Obst und Gemüse

Nach den Projektionen dieses Modells wird der Klimawandel bis 2050 zu einer Verringerung der globalen Verfügbarkeit von Obst und Gemüse um 4%  führen. Rotes Fleisch wird weltweit voraussichtlich um 0,7% geringer verfügbar sein. Dies wird weltweit 529.000 Todesfälle verursachen. Global werden die Folgen einer reduzierten Verfügbarkeit von Obst und Gemüse doppelt so hoch sein wie diejenigen Folgen, die mit Untergewicht verbunden sind.

Der Einfluss von Obst und Gemüse auf die Mortalität ist am höchsten in Ländern mit hohem Einkommen, die weniger von Unterernährung betroffen sind. Umgekehrt werden in Südostasien Klimafolgen, die sich vor allem auf untergewichtige Menschen auswirken, am stärksten zu spüren sein.

Das Szenario könnte sogar noch schlimmer sein

Die Autoren der in der renommierten Zeitschrift The Lancet veröffentlichen Studie, weisen auf einige Einschränkungen ihres Modells hin. Zusätzliche Faktoren wie die Auswirkungen des Klimas auf Fischerei und Aquakultur oder die Ernährungsqualität von Lebensmitteln, wurden hierbei nicht berücksichtigt. The Lancet fügt hinzu, dass die Berücksichtigung der meisten dieser zusätzlichen Faktoren das Bild jedoch nur verdunkeln würde. Der einzige „Trost“ sei, dass sich die durch Übergewicht bedingte Sterblichkeit mit dem Klimawandel voraussichtlich positiv verändern wird.

 

Quelle:

Springmann M et al : Global and regional health effects of future food production under climate change: a modelling study. The Lancet