Einmal pro Woche Fisch essen hilft gegen Alzheimer

Eine im renommierten Journal of the American Medical Association veröffentlichte Untersuchung bestätigt, dass der regelmäßige Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten zu einem verringerten Risiko an Alzheimer zu erkranken führt.

Schätzungen zufolge wird sich die Zahl der weltweit neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer in den nächsten Jahren verdreifachen, von derzeit etwa 50 Millionen Menschen auf ungefähr 130 Millionen im Jahr 2050. Da es immer noch keine Medikamente gibt derartige Neurodegenerationen zu blockieren, besteht als einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieses Alzheimer-„Tsunamis“, die Entwicklung der Krankheit zu verhindern oder zumindest das Fortschreiten der Krankheit deutlich zu verzögern.

Lebensmittel, ein wichtiger Hebel der Prävention

Die gute Nachricht ist, dass mehrere Studien zeigen konnten, dass dieser präventive Ansatz einfach durchzuführen ist. Ein gutes Beispiel ist der starke Zusammenhang zwischen Essgewohnheiten und dem Erkrankungsrisiko für Alzheimer, insbesondere im Hinblick auf einen mediterranen Ernährungsstil. Studien zeigen, dass Menschen, die sich reichlich mit Olivenöl, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten und Vollkorngetreide ernähren und bei denen tierisches Eiweiß hauptsächlich von Geflügel und Fisch, nicht aber von rotem Fleisch stammt, ein geringeres Risiko aufweisen, an der Krankheit zu erkranken.

Fisch und Meeresfrüchte reduzieren das Risiko von Demenz

Der Beitrag von Fisch zu diesem Schutzeffekt scheint wichtig zu sein, da mehrere Studien eine Verbesserung der kognitiven Funktion und ein verringertes Demenzrisiko bei Menschen, die regelmäßig Fisch und Meeresfrüchte verzehren, beobachtet haben. Diese Nahrungsmittel sind außergewöhnliche Quellen von Docosahexaensäure (DHA), einer langkettigen Omega-3-Fettsäure, die für das Gehirn sehr wichtig ist. Durch die Integration in die Membran von Neuronen erleichtert die DHA die Übertragung von Nervenimpulsen an die Synapsen, wodurch die Neuronen optimal funktionieren können und das Risiko eines kognitiven Abbaus verringert wird.

Neurologischer Nutzen trotz Spuren von Quecksilber

Trotz dieser positiven Wirkung von DHA aus dem Meer stellen viele Menschen die langfristigen Auswirkungen des regelmäßigen Verzehrs von Fisch und Meeresfrüchten immer noch in Frage. Einige dieser aquatischen Arten enthalten Spuren von Methylquecksilber, einem neurotoxischen Schadstoff, der bekanntermaßen die neuronale Entwicklung stört. Obwohl in winzigen Mengen vorhanden, wird diese Form von Quecksilber nicht wieder aus dem Körper ausgeschieden und könnte sich daher im Laufe der Jahre bei regelmäßigen Fischkonsumenten anlagern. Mit anderen Worten: Könnte das Vorhandensein von Quecksilber in Meerestieren die Schutzwirkung von Fisch und Meeresfrüchten auf die kognitive Funktion beeinträchtigen?

Um diese Frage zu beantworten, untersuchte ein Team von US-Wissenschaftlern die autopsierten Gehirne von 286 Personen, die am Rush Memory and Aging Project (MAP) teilnahmen. Hier handelte es sich um eine klinische Studie zur Bewertung der kognitiven Gesundheit älterer Menschen, die im Raum Chicago lebten. Die Forscher stellten zunächst durch mikroskopische Untersuchungen die in den verschiedenen Gehirnen vorhandenen pathologischen Anzeichen von Demenz fest, sowohl für die Alzheimer-Krankheit (Amyloid-Plaques) als auch für Demenz im Allgemeinen (Lewy-Körperchen). Parallel dazu wurde der Quecksilbergehalt dieser Hirnproben mit einer ultrasensitiven Technik (Neutronenaktivierungsanalyse) gemessen. Schließlich wurde die Beziehung zwischen diesen Daten und dem Fischkonsum anhand der Ernährungsgewohnheiten, die die jeweiligen Personen vor ihrem Tod mittels jährlicher Fragebögen angegeben hatten, ermittelt.

Die Ergebnisse sind sehr ermutigend, sowohl was die positive Wirkung von Fisch als auch den Sicherheitsaspekt im Zusammenhang mit dessen Verzehr betrifft. Die Wissenschaftler stellten fest, dass der Verzehr einer Fischmahlzeit pro Woche zwar mit einer größeren Menge an Quecksilber im Gehirn verbunden ist, dass das Vorhandensein von Quecksilber jedoch keinen Einfluss auf das Risiko einer Demenz hat. Im Gegenteil, sie stellten fest, dass der regelmäßige Fischkonsum mit einem deutlichen Rückgang der pathologischen Anzeichen für die Alzheimer-Krankheit verbunden war. Dies bestätigt die positive Auswirkung des Fischkonsums auf die kognitiven Funktionen.

Vermeiden Sie Schwertfisch, bevorzugen Sie Sardinen und Makrelen.

In den letzten Jahren wurde regelmäßig betont, wie wichtig es ist, den Verzehr von rotem Fleisch zu reduzieren, um das Risiko von Darmkrebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verringern. Fisch ist zweifellos eine der interessantesten Alternativen, sowohl wegen seines Ernährungsprofils als auch wegen seiner Schutzwirkung gegen verschiedene chronische Krankheiten. Fischsorten mit dem höchsten Quecksilbergehalt, d.h. Schwertfisch oder Hai, sind bei uns nicht sehr beliebt und daher sehr leicht zu vermeiden. Diese Vorsichtsmaßnahme ist besonders wichtig für schwangere Frauen wegen der sehr schädlichen Wirkung von Quecksilber auf den Fötus. Umgekehrt enthalten Lachs, Sardinen und atlantische Makrelen, alles Fische mit einem außergewöhnlichen Gehalt an Omega-3-Fetten, nur Spuren von Quecksilber. Diese können also bedenkenlos regelmäßig gegessen werden, um von ihren vielen positiven Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit zu profitieren.

Quellen:

The World Alzheimer Report 2015. The Global Impact of Dementia: An analysis of prevalence, incidence, cost and trends updates.

Tangney CC et coll. Adherence to a Mediterranean-type dietary pattern and cognitive decline in a community population. Am J Clin Nutr; 93: 601-607.
3. Morris MC et coll.

Association of seafood consumption, brain mercury level, and APOE – 4 status with brain neuropathology in older adults. JAMA 2016; 315: 489-97.