Darmkrebs: Lebensmittel, die Sie schützen können

Die Vorteile der sogenannten „mediterranen Diät“ zur Prävention von Darmkrebs sind bekannt. Es blieb jedoch bisher schwierig einzelne schützende Nahrungsmittel zu identifizieren. Eine neue Studie hebt die Rolle von Fisch, Früchten und eines möglichst geringen Konsums von zuckerhaltigen Getränken hervor.

Weniger Darmkrebs im Mittelmeerraum

Die mediterrane Ernährungsweise (« mediterrane Diät ») ist für ihre kardioprotektive Wirkung bekannt. Weniger bekannt ist ihre positive Rolle bei der Verringerung der Inzidenz bestimmter Krebsarten, einschließlich des Kolorektalkarzinoms. Anlässlich des 19. Weltkongresses der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie in Barcelona zum Thema Magen-Darm-Krebs präsentierten israelische Forscher die Ergebnisse einer Studie mit 808 Erwachsenen im Alter zwischen 40 und 70 Jahren. Die Freiwilligen wurden mittels eines Screenings oder einer Koloskopie auf Darmpolypen untersucht. Sie zählten nicht zu den Hochrisikogruppen für Darmkrebs und beantworteten einen Fragebogen zu ihren Ernährungsgewohnheiten. Ziel war es herauszufinden, ob die Einhaltung einer mediterranen Diät das Risiko für fortgeschrittene Polypen (Marker für ein erhöhtes Darmkrebsrisiko) reduziert und inwieweit bestimmte Nahrungsmittel in diese Beziehung involviert sind.

Die Untersuchung ergab eine Triade: Viel Obst, häufig Fisch essen und wenige zuckerhaltige Getränke konsumieren

Erste Feststellung: Im Vergleich zu Probanden mit negativen Koloskopien konsumierten diejenigen mit fortgeschrittenen Polypen weniger Nahrungsmittelkomponenten der mediterranen Diät (1,9 Komponenten gegenüber 4,3).

Zweite Feststellung: Die Beziehung ist dosisabhängig. Je größer der Anteil an Nahrungsmitteln aus der mediterranen Ernährungsweise, desto niedriger der Anteil fortgeschrittener Darmpolypen. Letztendlich zeigen die Ergebnisse nach Bereinigung anderer Darmkrebsrisikofaktoren (einschließlich anderer Nahrungsmittel), dass die Kombination „Fisch + Obst + geringem Konsum von gesüßten Getränken“ die beste Prävention ist. Allein diese Kombination reduziert das Risiko für fortschreitende Polypen um mehr als 30%. Die Autoren werden nun untersuchen, ob diese Ergebnisse mit einer Verringerung der Mortalität verbunden sind und auch bei Personen mit hohem Darmkrebsrisiko verifiziert werden können.

 

Quelle:

Fliss Isakov Naomi: World GI 2017 Press Release: Zoning in on Specifics of Mediterranean Diet for Colorectal Health. Gastrointestinal cancers