Alzheimer-Krankheit: Schutzfaktoren, die die Krankheit verhindern und ihr Fortschreiten verlangsamen

Vor 100 Jahren beschrieb der deutsche Psychiater Aloïs Alzheimer das Vorhandensein eines Schadens im Gehirn einer 51-jährigen Frau, die nach fünf Jahren dementen Verhaltens starb. Ihr Verhalten war durch einen fortschreitenden Verlust der intellektuellen Funktion, Halluzinationen und schweren sozialen Verhaltensstörungen gekennzeichnet.

Zu diesem Zeitpunkt noch als selten auftretenden Krankheit, stellt die Alzheimer Erkrankung heute ein wachsendes medizinisches Problem dar. Ihre Auswirkungen werden mit der fortschreitenden Alterung der Bevölkerung zunehmen: Schätzungen zufolge sind derzeit weltweit 24 Millionen Menschen von irgendeiner Form der Demenz betroffen, wobei jedes Jahr 4,5 Millionen neue Fälle hinzukommen, d.h. pro sieben Sekunden ein neuer Fall.
Ist diese Entwicklung unvermeidlich? Gibt es konkrete Möglichkeiten, die Entwicklung dieser Krankheit zu verlangsamen?

Seit mehreren Jahren ist bekannt, dass schlechte Ernährung nicht nur das körperliche Wohlbefinden sondern auch die psychische Gesundheit beeinträchtigt. Zum Beispiel kann ein Mangel an bestimmten Aminosäuren oder essentiellen Fetten wie Omega-3-Fettsäuren zu verschiedenen Störungen führen, darunter Depressionen, Apathie, Angstzustände und sogar gewalttätige Verhaltensstörungen.

Hoher Cholesterinspiegel: Ein Faktor, der den Ausbruch der Alzheimer-Krankheit begünstigt

Obwohl eindeutig erwiesen ist, dass verschiedene genetische Faktoren einige Menschen besonders anfällig für die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit machen, weisen jüngste Erkenntnisse darauf hin, dass viele Aspekte des Lebensstils, einschließlich der Art der Ernährung, das Fortschreiten der Krankheit stark beeinflussen können. Es gibt zum Beispiel immer mehr Hinweise darauf, dass ein hoher Cholesterinspiegel im Blut ein Risikofaktor für die Entwicklung der Krankheit ist. Tatsächlich zeigen Forschungsergebnisse, dass alles, was hohe Cholesterinspiegel senkt, die Symptome der Alzheimer-Krankheit deutlich verbessern und ihre Entwicklung verzögern kann.

Adipositas: ein wichtiger Risikofaktor

Adipositas scheint auch ein Faktor zu sein, der die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit fördert: Übergewichtige Menschen haben einen hohen Anteil eines Proteins im Blut, das an der Zerstörung von Nervenzellen beteiligt ist, dem Schlüsselphänomen beim fortschreitenden Verlust geistiger Funktionen. Dieser Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und Alzheimer ist besonders alarmierend, wenn man den derzeitig starken Anstieg der Zahl adipöser Menschen in der Bevölkerung betrachtet.

Lebensmittel, die im Kampf gegen Alzheimer helfen: Öliger Fisch, grüner Tee und (wenig) Rotwein.

Nervenzellen benötigen bestimmte Fette, um richtig zu funktionieren, insbesondere Omega-3-Fettsäuren. Diese sorgen für die korrekte Übertragung von Nervenimpulsen und unterstützen dadurch verschiedene Gehirnfunktionen, die für komplexe Vorgänge wie Lernen und Gedächtnis notwendig sind. Tatsächlich zeigen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen durchgeführte Studien, dass Menschen, die große Mengen öligen Fischs essen, eine Hauptquelle von Omega-3, seltener an Alzheimer erkranken als andere. Die positive Wirkung von Omega-3-Fettsäuren ist noch nicht genau erforscht, man geht jedoch davon aus, dass die Aufnahme dieser Fette über die Nahrung die für die Alzheimer-Krankheit verantwortliche Schädigung der Nervenzellen verringern kann.

Studien, die im Laufe der letzten Jahre durchgeführt wurden, zeigen auch, dass Menschen, die regelmäßig geringe Mengen Rotwein oder häufig grünen Tee trinken, weniger von der Alzheimer-Krankheit betroffen sind.
In beiden Fällen wird die Schutzwirkung mit dem außergewöhnlichen Gehalt bestimmter Polyphenole in diesen Getränken (Resveratrol für Rotwein und EGCG für grünen Tee) in Verbindung gebracht. Diese Polyphenole verringern das Risiko einer Erkrankung durch Reduzierung der an der Bildung seniler Plaques beteiligten Proteine. Obwohl die derzeit verfügbaren Daten noch unvollständig sind, ist es dennoch interessant zu wissen, dass auch andere besonders polyphenolreiche Nahrungsmittel wie schwarze Johannisbeeren und Blaubeeren als Nahrungsmittel genannt wurden, die die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit verzögern könnten.

Spielen, Lesen, Denksport und körperliche Aktivität tun viel Gutes

Bei Menschen im Alter von 65 bis 79 Jahren, die sich regelmäßig bewegen, ist die Wahrscheinlichkeit an Alzheimer zu erkranken um etwa 40% geringer. Dieser Effekt tritt sogar auch bei Menschen mit einer genetischen Veranlagung für diese Krankheit auf.
Die heilsame Wirkung von Aktivität ist jedoch nicht nur auf die körperliche Bewegung beschränkt.
Es wird auch vermutet, dass geistige Anstrengung den Ausbruch der Krankheit verzögern kann. Ob es sich um Lesen, Kreuzworträtsel oder Sudoku, um Karten-, Brettspiele oder Spielen eines Musikinstruments handelt, die Teilnahme an Aktivitäten, die geistige Anstrengung erfordern, scheint mit einer besseren Konservierung der intellektuellen Fähigkeiten verbunden zu sein. Es ist also besser sein Gehirn zu nutzen als es zu verlieren!

Die spektakulären Auswirkungen unserer Lebensgewohnheiten auf die Entwicklung einer so schweren Krankheit wie der Alzheimer-Krankheit zeigt einmal mehr, wie unser Lebensstil und insbesondere unsere Ernährung unser körperliches und geistiges Wohlbefinden entscheidend beeinflussen kann.